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Windpocken

Die Windpocken und ihre Behandlung

Die Windpocken sind eine weltweit auftretende Viruserkrankung. Unter den Kinder-Infektionskrankheiten in Deutschland sind die Windpocken – obgleich sie durch Impfung vermeidbar wären – am häufigsten. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion) – aber auch über größere Entfernungen von mehreren Metern hinweg durch Tröpfcheninfektion (daher der Name „Windpocken“). Das Virus ist hoch ansteckend. Von rund 100 empfänglichen Personen (d.h. Personen die keinen Immunschutz vor Windpocken haben) die zu Windpocken-Erkrankten Kontakt haben – erkranken 90. Die Ansteckungsgefahr setzt bereits 1 bis 2 Tage vor den ersten Hauterscheinungen ein und endet ca. 5 bis 7 Tage nach dem Auftreten der letzten Pusteln. Das Virus vermehrt sich zunächst lokal im Nasen-Rachen-Raum und gelangt dann mit dem Blut in die Haut sowie die Schleimhäute, wo es die typischen entzündlichen Hautveränderungen hervorruft. Die Windpocken-Erkrankung beginnt in der Regel 14 bis 16 Tage nach Infektion – kann aber grundsätzlich auch zwischen 8 – 28 Tage früher oder später beginnen. Zu Beginn treten in den ersten beiden Tagen meist uncharakteristische Symptome auf (z.B. Unwohlsein, Halsschmerzen), dann tritt meist Fieber (selten > 39 °C) für 3 – 5 Tage auf un d es bildet sich der juckende und typische Windpocken-Hautausschlag mit Flecken, Knötchen, Bläschen und Pusteln. Der Schweregrad der Hauterscheinungen kann unterschiedlich sein. Meist bilden sich bei kleineren Kindern weniger Bläschen als bei älteren Personen. In aller Regel heilen jedoch die Hauterscheinungen – ohne Narbenbildung – ab. Während bei Kindern die Windpocken meist gutartig verlaufen, können bei Neugeborenen oder Personen mit geschwächter Immunabwehr häufig Komplikationen auftreten, die nicht selten auch tödlich enden. Dabei kann es zu zusätzlichen Infektion der geschädigten Haut mit Bakterien kommen (bakterielle Superinfektion), sowie zu Lungen-, Leber-, Gehirn-, Herzmuskel- oder Nierenentzündungen. Erkrankungen von Schwangeren können in Abhängigkeit vom Schwangerschaftszeitpunkt zu schweren Schädigungen des Ungeborenen und Infektionen um den Zeitpunkt der Geburt zu schweren Schäden und zum Tod des Neugeborenen führen. Während der Erkrankung wandern die Viren in die Nervenknoten (Spinalganglien) der Rückenmarksnerven oder auch Hirnnerven und verbleiben dort lebenslang, ohne dass sich zunächst Symptome bilden. Bei einer Schwächung des Körpers, durch z.B. eine sinkende Immunabwehr können die Viren aktiviert werden und zu stark schmerzenden Nervenentzündung und Hautausschlägen, dem sogenannten Herpes zoster („Gürtelrose“), führen. Der Herpes zoster tritt gehäuft bei Personen > 50. Lj. auf. Schätzungsweise erkranken rund 20% der Bevölkerung einmal im Leben an Herpes zoster. Die Windpocken werden symptomatisch behandelt. Dabei spielt eine sorgfältige Hautpflege eine wesentliche Rolle um bakterielle Infektionen an der Haut zu vermeiden. Auch beim Herpes zoster ist eine sorgfältige Hautpflege neben einer medikamentösen Therapie angezeigt, die eine Heilung der Haut beschleunigt.

Die Impfung gegen Windpocken

Der Windpocken-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff und wird von der deutschen Experten-Kommission für Impfungen „STIKO“ als Standardimpfung für Kinder als auch gefährdeten Personengruppen empfohlen. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt.  Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es an der Injektionsstelle, vor allem bei Erwachsenen nach der 2. Impfung, zu vorübergehender leichter Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Windpocken-Impfung hinterlässt einen gut wirksamen Schutz für den Geimpften vor einer Infektion. Ein hoher Anteil von Geimpften in der Bevölkerung kann zu einer Unterbrechung der Übertragung des Virus in der Bevölkerung führen und trägt damit zum Schutz all derer bei, die aus irgendwelchen Gründen nicht geimpft werden können.

Wer geimpft werden sollte

Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle Kinder und Jugendliche. Vorzugsweise soll die Impfung im Alter von 11 – 14 Monaten erfolgen. Sie kann jedoch jederzeit nachgeholt werden. Kinder und Jugendliche im Alter von 9 – 17 Jahren sollten unbedingt zum nächst möglichen Zeitpunkt geimpft werden, da bei ihnen die Erkrankung mit einer höheren Komplikationsrate einher gehen kann. Zusätzlich ist die Impfung für folgende Personengruppen empfohlen: u.a. seronegative (d.h. ohne Antikörper gegen Windpocken) Frauen mit Kinderwunsch, seronegative Patienten mit Leukämie oder geplanter, das Immunsystem schwächender Therapie oder vor Organtransplantation, so wie bei schwerer Neurodermitis, als auch seronegatives Personal im Gesundheitsdienst und Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter.
Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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