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Rota-Viren

Durch Rotavirus verursachte Erkrankungen und ihre Behandlung

Rotaviren sind Viren von denen verschiedene Typen vorkommen. Diese Typen werden durch Eiweißbestandteile der Hülle, das G-und das P-Protein definiert. Die wichtigsten humanpathogenen Typen sind G1, G2, G3, G4 und G9 in Verbindung mit P1. In Europa sind sie zu über 95% aller durch Rotavirus verursachten Entzündungen des Magen-Darm-Trakts verantwortlich. Rotaviren kommen sowohl bei Menschen als auch bei verschiedenen Tierarten vor. In den Monaten Februar bis April kommt es zu den meisten Erkrankungen. Die Übertragung geschieht praktisch nur von Mensch zu Mensch über den Kot, d.h. über einen fäkal-oralen Übertragungsweg. Das Virus ist sehr infektionstüchtig und kann auf verunreinigten Oberflächen oder Händen lange Zeit erhalten bleiben. Gesunde scheiden das Virus in der Regel nicht länger als 8 Tage aus – Frühgeborene, Immungeschwächte und Kinder mit onkologischen Erkrankungen jedoch mehrere Wochen bis Monate. Das Virus überlebt mehrere Tage im Stuhl. Die Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage. Hauptsymptome sind Durchfall und/oder Erbrechen mit eher niedrigem Fieber. In mehr als 50% der Fälle treten unspezifische Symptome der Atemwege auf. Mehr als 20 Brech- oder Durchfallepisoden innerhalb von 24 Stunden sind bei Säuglingen mit Entzündungen des Magen-Darm-Trakts möglich. Über 2/3 aller Erkrankungen verlaufen mittelschwer bis schwer. Im Verlauf der Erkrankung kann sich ein stationär behandlungsbedürftiger Wasserverlust entwickeln, durch den die Erkrankung besonders in den Entwicklungsländern oft tödlich verläuft. In Deutschland wurden in den vergangenen drei Jahren jährlich durchschnittlich über 65.000 Rotavirus-Infektionen gemeldet. In drei Viertel der Fälle waren Kinder unter 5 Jahren betroffen. Es gibt keine ursächliche Therapie. Die Behandlung ist symptomatisch und zielt daraufhin, einen gefährlichen Wasserverlust zu verhindern oder zu behandeln. Ein leichter Verlauf erfordert eine intensivere Aufnahme von Flüssigkeit und Schonkost, es kann jedoch auch eine Krankenhausbehandlung notwendig sein.

Die Impfung

In Deutschland sind seit dem Jahr 2006 zwei Rotavirus-Impfstoffe (Lebendimpfstoffe) mit unterschiedlicher Anzahl an Typen zugelassen. Ein Impfstoff enthält fünf Typen, der andere einen Typ. Beide Impfstoff-Lösungen enthalten lebende, abgeschwächte Viren und werden durch Schlucken verabreicht. Über die Einzelheiten der Durchführung der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihr Arzt. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit einem Impfstoff kann es nach der Impfung zu Fieber, Durchfall und Erbrechen kommen. In der Regel sind diese genannten Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist hoch und zeigte in Untersuchungen für die Verhinderung einer schweren Rotaviruserkrankung eine Effektivität von 96 – 98%. Klinische Studien zeigen für Geimpfte eine Abnahme der Häufigkeit schwerer Entzündungen des Magen-Darm-Trakts um 90% oder mehr. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass nach vollständig durchgeführter Grundimmunisierung ein Schutz von 2 – 3 Saisons gegen eine Rotavirusinfektion besteht.

Wer geimpft werden sollte

Eine sorgfältige und individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung sollte mit dem Arzt besprochen werden. Rotavirus-Impfstoffe werden verwendet zur aktiven Immunisierung von Säuglingen ab einem Alter von 6 Wochen zur Vorbeugung gegen durch Rotaviren verursachte Entzündungen des Magen-Darm-Trakts. Bei Erwachsenen und älteren Kindern stehen zudem auch noch ergänzende Präventivmaßnahmen im Vordergrund (z.B. sorgfältige Handhygiene!).

Achtung Geldbeutel: Es handelt sich noch nicht um eine Standart-Impfung, deshhalb bekommen Sie die Impfungen in rechnung gestellt, welche Sie dann bei der Kasse mit der Bitte um Kostenübernahme einreichen können. Sie können hier ein Antragsformular herunterladen.
Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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