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Pneumokokken

Die Pneumokokken-Infektionen und ihre Behandlung

Pneumokokken sind Bakterien mit über mehr als 90 verschiedenen Kapseltypen. Sie besiedeln den Nasen-Rachenraum von 40 bis 50% der Kinder und 20 bis 30% der Erwachsenen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion bei engen persönlichen Kontakten. Für das Auftreten einer Infektion sind verschiedene Faktoren verantwortlich (Alter, Defekte der Abwehr, nicht funktionierende oder fehlende Milz u.a.). Pneumokokken können im Prinzip jedes Organ infizieren. Insbesondere lokale Infektionen (z.B. Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Augenbindehaut-, Gelenkentzündung) und Allgemeininfektionen (z.B. Blutvergiftung, Hirnhautentzündung, Lungenentzündung) sind von Bedeutung. Pneumokokken stellen mittlerweile die häufigste Ursache kindlicher bakterieller Hirnhautentzündungen dar. Sie werden bei einem großen Teil der kindlichen Mittelohrentzündungen nachgewiesen und sind die häufigste Ursache der außerhalb des Krankenhauses  erworbenen Lungenentzündung sowie von Blutvergiftungen im höheren Erwachsenenalter. Infektionen mit Pneumokokken können mit Antibiotika therapiert werden. Allerdings verlaufen die Infektionen manchmal so schnell, dass die Behandlung zu spät kommt. Weiterhin sind in verschiedenen Teilen der Welt die üblicherweise verwendeten Antibiotika nicht mehr ausreichend wirksam, so dass es zunehmend zu Problemen in der Therapie dieser Infektionen kommen kann.

Die Impfung gegen die Erkrankung

Es gibt zwei verschiedene Impfstoffe: einen so genannten Konjugatimpfstoff, der gereinigte Kapselanteile der 7 wichtigsten Pneumokokkentypen enthält, die für die meisten der gefährlichen Pneumokokkenerkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren in Deutschland verantwortlich ist. Nur dieser Impfstoff kann bei Kindern unter 2 Jahren schützende Antikörper erzeugen, da die gereinigten Kapselanteile an ein Eiweiß gekoppelt sind und so eine Immunantwort auch bei kleinen Kindern unter 2 Jahren erzeugen. Der zweite, so genannte Polysaccharidimpfstoff besteht aus gereinigten Kapselanteilen der 23 häufigsten Pneumokokkentypen. Dieser Impfstoff ist jedoch nur bei Kindern über 2 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen wirksam. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihre Ärztin/Ihr Arzt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit einem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, bei bis zu 5 % der Impflinge an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Pneumokokken können lokale begrenzte Infektionen verursachen, etwa Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen. Für Säuglinge und Kleinkinder besonders bedrohlich sind invasive Infektionen, wenn der Erreger über das Blut auch andere Organe befällt oder eine Hirnhautentzündung verursacht (Meningitis). Die Häufigkeit ist stark altersabhängig und weist Gipfel in den ersten beiden Lebensjahren sowie bei älteren Personen auf. Schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an diesen Infektionen. Die Pneumokokken-Impfung bietet besonders
gefährdeten Personen (Grunderkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels u.a.) einen Schutz von 60 bis 80%. Die Impfung stellt die wichtigste Maßnahme zum individuellen Schutz vor Pneumokokken-Infektionen dar.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Impfexperten-Kommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Konjugatimpfung für alle Kinder bis 24 Monate. Die Grundimmunisierung sollte so früh wie möglich erfolgen, in der Regel mit anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen. Bei fortbestehender gesundheitlicher Gefährdung bzw. besonderer Indikation kann ab vollendetem 2. Lebensjahr der Polysaccharidimpfstoff als Wiederholungsimpfung gegeben werden. Der Mindestabstand zum Konjugatimpfstoff beträgt 2 Monate. Personen > 60 Jahre wird der Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff empfohlen. Eine Auffrischimpfung alle 5 Jahre sollte nur bei bestimmten Indikationen erfolgen. Diese sind in einer Risiko-Nutzen-Abwägung mit dem Arzt zu besprechen. Grundsätzlich ist die Impfung (ab vollendeten 2. Lebensjahr), Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit oder chronischen Erkrankung empfohlen. Ob sie zu einer dieser Risikogruppen gehören, der die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen wird, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder sprechen Sie uns an.

Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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