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Pertussis

Der Keuchhusten und seine Behandlung

Der Keuchhusten (Pertussis) ist eine häufige Infektionskrankheit und wird durch Bakterien (Bordetella pertussis) verursacht. Die Erreger kommen weltweit vor und werden – über Tröpfchen innerhalb eines Abstandes von bis zu ca. 1 Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen – direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erkrankung ist sehr ansteckend, so dass Nicht-immune Personen zu 50 bis 100% nach Kontakt mit Infizierten erkranken. Nachdem Säuglinge und Kleinkinder zum Großteil einen durch die Impfung induzierten Immunschutz aufweisen, wird der Keuchhusten zunehmend bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beobachtet, die auch die wichtigste Infektionsquelle für Neugeborene darstellen. Der Keuchhusten befällt die Atemwege und führt dort altersabhängig zu
unterschiedlich schweren Beschwerden. Besonders gefürchtet und lebensbedrohlich ist der Keuchhusten in den ersten 6 Lebensmonaten. Die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Beschwerden beträgt zwischen 7 und 20 Tagen. Zunächst treten grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichter Husten, Augentränen und mäßig erhöhte Temperatur auf. Im weiteren Verlauf kommt es zu staccato-artigen Hustensalven unterbrochen von einem pfeifenden Ziehen beim Einatmen. Die Hustenattacken treten häufig sehr zahlreich und gehäuft nachts auf. Bei Säuglingen kann es zu einem
lebensbedrohlichen Atemstillstand kommen. Zum Ende der Erkrankung klingen die Hustenanfälle ab, können jedoch durch äußere Anlässe über Monate hinweg ausgelöst werden. Der Keuchhusten hinterlässt eine Immunität, die im Verlauf von Jahren abnimmt. Teilimmune Personen erkranken meist nicht mehr unter der schweren Verlaufsform. Meist tritt bei ihnen eine uncharakteristische, lang anhaltende, quälende Hustensymptomatik auf. Behandelt wird der Keuchhusten mit Antibiotika, deren Gabe dazu führt die Infektionskette zu unterbrechen und den Krankheitsverlauf und die Rate an Komplikationen abzukürzen bzw. zu reduzieren.

Die Impfung

Es stehen azelluläre Kombinationsimpfstoffe (mit Tetanus, Diphtherie, Hib, Poliomyelitis, Hepatitis B) für verschiedene Altersgruppen zur Verfügung. Diese Impfstoffe enthalten verschiedene Komponenten des Keuchhusten-Erregers. Das Impfschema für Säuglinge und Kinder ist durch den Impfkalender der STIKO festgelegt worden und wird Ihnen durch den behandelnden Arzt mitgeteilt. Seit dem Jahr 2009 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine einmalige Pertussis-Impfung auch für Erwachsene als Kombinationsimpfstoff mit der nächst fälligen Tetanus- und Diphtherieimpfung, um die Krankheitslast bei Erwachsenen in Deutschland zu reduzieren. Da weder die Impfung noch die Erkrankung zu einer lebenslangen Immunität führen, ist eine regelmäßige Auffrischung erforderlich. Die Impfung wird in den Muskel gespritzt. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie ebenfalls Ihre Ärztin/Ihr Arzt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit einem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Über andere mögliche Unverträglichkeitsreaktionen informiert Sie Ihr Arzt.

Der Nutzen der Impfung für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Der Impfstoff besitzt eine Schutzwirkung von 80 bis 90% und bildet damit einen guten Schutz vor der Erkrankung. Eine Untersuchung zeigte, dass ein hoher Anteil der Pertussis-Erkrankungen bei Erwachsenen eher milde und daher oft unerkannt verläuft. Diese Erwachsenen wiederum bilden eine Infektionsgefahr für Säuglinge. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland in den Jahren 2000 – 2007 zwischen 638 – 1.266 Personen pro Jahr mit der Diagnose der Keuchhusten in Krankenhäuser eingewiesen. Dabei hat der Anteil der Erkrankungen bei Personen über 19 Jahre in diesem Zeitraum von 6,7 % auf 27,6 % deutlich zugenommen. Eine Unterfassung von Todesfällen bei Erwachsenen gilt als wahrscheinlich. In Deutschland sind für Erwachsene vier Kombinationsimpfstoffe zugelassen. Aufgrund der geringen Nebenwirkungen, die fast ausschließlich von leichter Art und vorübergehend sind, überwiegt im Regelfall der Nutzen des Impfschutzes gegen die Erkrankung und die damit verbundenen Komplikationen.

Wer geimpft werden sollte

Die Ständige Impfkommission des Bundesgesundheitsamts (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Keuchhusten allen Säuglingen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, allen Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren als eine Auffrischimpfung gegen Tetanus- Diphtherie- Keuchhusten (Tdap), allen Jugendlichen im Alter von 9 bis 17 Jahren als eine Auffrischimpfung gegen Tetanus – Diphtherie – Keuchhusten – Poliomyelitis (Tdap-IPV) und allen Erwachsene als Tdap-Impfung bei der nächst fälligen Tetanus/Diphtherie-Impfung. Ebenso wird die Keuchhusten-Impfung Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko empfohlen.

Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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