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Meningokokken C

Die Infektion mit Meningokokken und ihre Behandlung

Meningokokken sind Bakterien, die in verschiedene Gruppen (u.a. A, B, C, W135,X, Y) eingeteilt werden. In Deutschland tritt überwiegend die Gruppe B (ca. 67%), des Weiteren auch C (25%) auf, während die anderen Serogruppen eher seltener auftreten. Die Erreger kommen bei rund 10% der Bevölkerung im Nasen-Rachen-Raum vor, ohne jegliche Beschwerden zu verursachen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt mit Bakterienträgern. Die Zeit zwischen Infektion und Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt zwischen 2 – 10 Tagen, aber meist nur 3 bis 4 Tage. Meist beginnt die Erkrankung mit unspezifischen Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und starken Krankheitsgefühl. Im weiteren Verlauf bilden sich meist Hauteinblutungen und -ausschläge. Breiten sich die Bakterien im Körper weiter aus, so kann es zur Hirnhautentzündung (Meningitis), zu Blutungen, zur allgemeinen Blutvergiftung des Körpers (Sepsis) oder zu Infektionen weiterer Organe mit Organversagen kommen. Ungefähr Zweidrittel aller Meningokokken-Erkrankungen verlaufen mit einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Erkrankung führt bei ungefähr 10 – 20% aller Betroffenen zu Komplikationen. Etwa 10 – 15% der Patienten mit schweren Verläufen sterben, oft innerhalb kurzer Zeit. Meningokokken-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Allerdings verläuft die Erkrankung manchmal so schnell, dass eine Therapie zu spät kommt bzw. die Erreger nicht auf das Antibiotikum reagieren.

Die Impfung gegen Meningokokken

Für die Impfung gegen Meningokokken gibt es in Deutschland verschiedene Impfstoffe. Zum einen Polysaccharid-Impfstoffe gegen die Serogruppen A und C sowie A, C W135, Y, zum anderen stehen in Europa auch konjugierte Impfstoffe gegen die Serogruppe C zur Verfügung, die vor allem für Säuglinge und unter besonderen Bedingungen auch für Erwachsene vorgesehen sind. Der zu verwendende Impfstoff und das genaue Vorgehen bei der Impfung sind u. a. vom Alter abhängig.  Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen nach der Impfung, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zur Rötung, Druckempfindlichkeit oder Schwellung kommen. Gegen die Serogruppe B konnten bislang keine Impfstoffe entwickelt werden.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Impfung gegen Meningokokken wird wegen ihrer Häufigkeit im Kindesalter und hoher Sterblichkeit für einen individuellen Schutz gegen Meningokokken-Infektionen bei erhöhtem Infektionsrisiko verabreicht. In Europa und Nordamerika kommt es im Winter und Frühjahr gewöhnlich zu einem Anstieg der Erkrankungszahlen. So werden in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 30 – 40% der Meningokokken-Erkrankungen registriert. Darüber hinaus hat die Impfung auch eine reisemedizinische Relevanz, da sie Reisenden in endemische Gebiete (z.B. tropisches Afrika) empfohlen wird, speziell bei engen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung (z.B. medizinische/soziale Berufe, Abenteuer-Reisende). Zusätzlich ist die Impfung auch bei Reisen in Gebiete mit aktuellen epidemischen Ausbrüchen empfohlen. Die Erkrankung kann jedes Lebensalter betreffen. Als besonders gefährdet gelten jedoch Kinder in den ersten fünf Lebensjahren, als auch Jugendliche im Alter von 15 – 19 Lj.

Wer geimpft werden sollte

Die deutsche Experten-Kommission für Impfungen (STIKO) empfiehlt die konjugierte Meningokokken-C-Impfung generell für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr, darüber hinaus für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, bei Erkrankungen der körpereigenen Abwehr (Immundefekte, Personen ohne Milz) und beruflich gefährdete Personen. Die Polysaccharid-Impfstoffe sind Reisenden mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in Ländern mit erhöhtem Infektionsrisiko, bei islamischen Pilgerreisenden (Vierfach-Impfstoff als Pflichtimpfung für Hadj), Schülern/Studenten vor Langzeit-Aufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder Impfung für Schüler/Studenten sowie für Personen in Regionen mit gehäuftem Auftreten oder einem Ausbruch von Meningokokken-Erkrankungen auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden, empfohlen.
Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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