HPV (Gebärmutterhalskrebs)

Erkrankungen durch Humane Papillomaviren (HPV) und ihre Behandlung

Humane (= menschliche) Papillomaviren (HPV) sind Erreger die die Zellen der Haut oder Schleimhaut infizieren und daher hauptsächlich über direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen werden – in der Mehrzahl aller Fälle beim Geschlechtsverkehr. Die Übertragung kann jedoch auch beim nicht-penetrativen Sexualkontakt erfolgen. Schätzungsweise 75 – 80% aller sexuell aktiven Frauen und Männer durchlaufen mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion. Allerdings hat die Infektion mit HPV meist keine Auswirkung auf die Gesundheit, da sich das Immunsystem in der Regel helfen kann und somit das Virus aus dem Körper wieder unbemerkt verschwindet. Es gibt bislang rund 100 bekannte HPV-Typen. Einige von ihnen können zur Entstehung gewöhnlicher Hautwarzen (Papillome) im Gesicht-, Hand- und Fußbereich führen, befallen den Genitalbereich und führen dort zu harmlosen Genitalwarzen. Ein bösartiger Tumor entsteht nur selten. Die häufigstedurch HPV hervorgerufene Erkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs. In mehr als 70 von 100 Fällen sind für diese Krebserkrankung die HPV-Typen 16 und 18 verantwortlich. In diesem Zusammenhang spricht man von Hochrisikotypen. Diese können im Körper verweilen und dann den bösartigen Gebärmutterhalskrebs hervorrufen. Die anderen, so genannten Niedrigrisikotypen sind meistens harmlos und führen nur zu lästigen Warzen im Genital- und Afterbereich.
Statistische Untersuchungen zeigen, dass es bei 80 von 100 HPV-infizierten Frauen nach ungefähr einem Jahr zu einer Spontanheilung der Infektion kommt. Bei 20 von 100 HPV-infizierten Frauen verweilen die Viren länger im Körper und nur bei 5 bis 10 Betroffenen entwickeln sich auffällige Gewebeveränderungen. Statistiken des Deut. Krebsforschungszentrum zufolge erkrankt weniger als eine von hundert Frauen, die mit einem Hochrisikotyp infiziert sind, im Durchschnitt nach 15 Jahren (seit Zeitpunkt der Infektion) an Gebärmutterhalskrebs. Dank der Früherkennung können verdächtige Befunde meist rechtzeitig identifiziert und effektiv behandelt werden, bevor sich Krebszellen bilden. Eine spezifische antivirale Therapie der HPV-Infektionen gibt es bislang nicht. Die Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und richtet sich nach den Beschwerden, wie zum Beispiel die chirurgische Entfernung von verändertem Gewebe. Gebärmutterhalskrebs wird in Abhängigkeit vom Stadium durch einen chirurgischen Eingriff, Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt, wobei der Erfolg der Therapie stark vom Stadium der Erkrankung abhängig ist. Die Patienten bleiben potentielle Überträger des Virus.

Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)

Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen Totimpfstoff der intramuskulär verabreicht wird. Ziel der Impfung ist es Gewebeveränderungen durch die Hochrisikotypen HPV 16 und 18 zu verhindern. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es an der Impfstelle zu Rötung, Schwellung und Schmerzen kommen. Über andere mögliche Unverträglichkeitsreaktionen informiert Sie Ihr Arzt.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Deutschland jährlich ca. 6.500 Frauen. Im Jahr 2004 starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1.160 Frauen an dieser Erkrankung. Die Erkrankungshäufigkeit hängt stark vom Alter ab. Betroffen sind v.a. Frauen im Alter von 35 bis 55 so wie Frauen ab dem 60. Lebensjahr. Viele der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs werden bei Frauen diagnostiziert, die nie oder selten beziehungsweise unregelmäßig an den Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen hatten. Der HPV-Impfstoff dient als Schutz vor der Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen durch HPV 16 und 18. Darüber hinaus reduziert ein solcher Impfstoff die Anzahl der auffälligen oder unklaren diagnostischen Befunde und die Anzahl der Patientinnen, die sich einer belastenden und schmerzhaften Therapie der unterziehen müssen. Die Impfung darf jedoch nie als Ersatz für Routineuntersuchungen zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge angesehen werden. Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs müssen unabhängig von der Impfung unverändert regelmäßig durchgeführt werden.

Wer geimpft werden sollte

Die STIKO empfiehlt allen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren die Schutzimpfung als Standardimpfung. Frauen die im empfohlenen Zeitrahmen keine Impfung erhalten haben, können laut Empfehlung der STIKO ebenfalls durch eine Impfung profitieren.
Weitere Informationen www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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