Hepatitis B

Die Hepatitis B und ihre Behandlung

Die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B) ist eine Virusinfektion, deren Übertragung vorwiegend durch Blut und Körperflüssigkeiten von akut oder chronisch infizierten Menschen erfolgt (z.B. durch Geschlechtsverkehr, gemeinsamer Gebrauch von Kanülen/Spritzen bei Drogenmissbrauch, Übertragung von infizierten Müttern auf das ungeborene Kind). 60 –70% der Neuinfektionen in Deutschland werden auf eine sexuelle Übertragung zurückgeführt. Nach der Aufnahme vermehren sich die Hepatitis B-Viren (HBV) in den Leberzellen, wobei diese durch die Abwehrreaktion des Körpers geschädigt werden. Wenn die Abwehrreaktion des Körpers stark genug ist, werden alle befallenen Leberzellen zerstört und die Krankheit heilt aus. Bei einer zu schwachen Abwehreaktion bleibt ein Teil der infizierten Leberzellen erhalten, und die Leberentzündung wird chronisch. Bei ca. 5 – 10% der HBV-Infizierten entwickelt sich diese chronische Verlaufsform. Die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung liegt in einer großen Zeitspanne zwischen 40 – 200 Tage und richtet sich stark nach der Erregerdosis. Im Durchschnitt beträgt sie 60 – 90 Tage. Die Erkrankung beginnt mit Abgeschlagenheit,
Müdigkeit, Fieber, Appetitlosigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch und in den Gelenken. Nach 3 bis 10 Tagen treten die Gelbverfärbung der Haut, Dunkelfärbung des Urins und Entfärbung des Stuhls auf. Bei komplikationslosem Verlauf klingen die Symptome nach 2 bis 4 Wochen wieder ab und die Erkrankung heilt folgenlos aus. Über 90% der akuten Hepatitis B-Erkrankungen heilen vollständig aus, nur in weniger als 1% kann es zu einem Leberversagen kommen. Bei 5 – 10% der Infektionen, bildet sich ein chronischer Verlauf, der nach Jahren zur Schrumpfleber (Leberzirrhose) und zum Leberkrebs
führen kann. Chronische Hepatitis B-Infektionen werden mit Hemmstoffen der Virusvermehrung behandelt.

Die Impfung gegen Hepatitis B

Der Hepatitis B-Impfstoff ist ein Totimpfstoff und wird in den Oberarmmuskel injiziert. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt. Die Hepatitis B-Impfung schützt auch vor einer Hepatitis D-Erkrankung. Seit 1982 wird die Schutzimpfung in Deutschland für bestimmte Personengruppen (z.B. med. Personal) durchgeführt. Seit Oktober 1995 empfiehlt die STIKO die Impfung bereits im Säuglings- und Kleinkindalter, so wie das Nachholen der Impfung bis dahin noch ungeimpfter Kinder und Jugendlicher spätestens bis zum 18. Lebensjahr. Der Impfschutz setzt etwa 2 Wochen nach der 2. Impfung ein. In bestimmten Fällen ist eine Kontrolle des Impferfolgs erforderlich. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihr Arzt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Über andere mögliche Unverträglichkeitsreaktionen informiert Sie Ihr Arzt.

Der Nutzen für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Weltweit haben etwa 2 Mrd. Menschen laut Angaben der WHO eine HBV-Infektion durchgemacht. Das bedeutet, dass rund 300 – 400 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind. Weltweit sterben jährlich rund eine Million Menschen infolge einer Hepatitis B-bedingten Leberzirrhose oder eines Leberkrebs. In Europa treten regional starke Unterschiede zwischen 0,1% der Bevölkerung in Nordwesteuropa bis zu 8% in Ost- bzw. Südeuropa auf. In Deutschland ist bei rund 7% der Gesamtbevölkerung eine durchgemachte Hepatitis B-Virusinfektion nachweisbar. Die Impfung ist die wichtigste individuelle Maßnahme zum Schutz vor der Hepatitis B-Infektion.

Wer geimpft werden sollte

Die Hepatitis B-Impfung ist von der STIKO allgemein empfohlen für Säuglinge bzw. Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Weiterhin wird die Impfung besonders Personen mit erhöhtem Hepatitis B-Risiko empfohlen, u.a. Personen in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege, Patienten mit chronischen Erkrankungen der Leber, des Bluts, des Immunsystems, Personen mit chronisch infizierten Familienangehörigen, Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängigen, Strafgefangenen, Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und Reisenden in Regionen mit großer
Hepatitis B-Häufigkeit. Neugeborene chronisch infizierter Mütter werden sofort nach der Geburt geimpft.

Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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