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Diphtherie

Die Diphtherie und ihre Behandlung

Die Diphtherie wird durch Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) verursacht. Diese bilden ein Gift (Toxin), das einer der stärksten bekannten Hemmstoffe der Eiweißproduktion der Körperzellen ist. Der Erreger wird durch Sekrete der oberen Atemwege (Tröpfcheninfektion) oder Wunden übertragen. Er verbleibt in der Regel an der Eintrittsstelle, löst dort eine lokale Diphtherie aus oder schädigt durch Verbreitung des Toxins über den Blutweg andere Organe. Die Diphtherie kann als Rachen-Diphtherie (blutende, schmutzig-graue Beläge auf Rachenmandel, Gaumen und Zäpfchen, Lähmung des
Gaumensegels, der Schlundmuskulatur mit Schluckstörungen oder Atemlähmung), als Kehlkopf-Diphtherie (Beläge auf Kehlkopf, Schwellung des Halses und Erstickungstod) oder als Hautdiphtherie (tief liegende, schlecht heilende Geschwüre) auftreten. Gelangt das Diphtheriegift in den Kreislauf, kann eine tödlich verlaufende Herzmuskel-Entzündung die Folge sein. Die Diphtherie wird durch Antitoxingabe (aus tierischem Serum), d.h. mit einem „Gegengift“ und mit Antibiotika behandelt.

Die Impfung

Der Diphtherie-Impfstoff enthält eine standardisierte Menge von entgiftetem Diphtherie-Toxin. Im Impfstoff für Erwachsene ist diese Menge geringer als im Kinderimpfstoff. Die Impfung wird in den Muskel injiziert. Das Impfschema wird entsprechend der Herstellerinformation durch den Arzt festgelegt. Für die Diphtherie-Impfung bei Kindern wird üblicherweise ein Kombinationsimpfstoff mit Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B verwendet, bei Erwachsenen die Kombination mit Tetanus. Der Impfschutz sollte im Erwachsenenalter alle 10
Jahre aufgefrischt werden. Über Einzelheiten der Impfung und Gründe, die eine Impfung ausschließen, informiert Sie Ihr Arzt. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es innerhalb von 1-3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zur Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, gelegentlich auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Über andere mögliche Unverträglichkeitsreaktionen informiert Sie Ihr Arzt.

Der Nutzen der Impfung für den Einzelnen und die Allgemeinheit

Die Diphtherie tritt nach wie vor in vielen Regionen der Welt auf und wird nur vereinzelt nach Deutschland eingeschleppt. Im Jahr 2007 wurden weltweit 4.190 Diphtheriefälle gemeldet. Die meisten Erkrankungen wurden aus Indien (3.354 Fälle), Indonesien (183), Afghanistan (104) und Haiti (94) berichtet. In der WHO-Region Europa betrug die Zahl der gemeldeten Fälle 228 – die meisten Fälle wurden in Russland, Lettland und der Ukraine registriert. In Europa werden die meisten Erkrankungen aus Lettland berichtet. Russland steht weltweit an fünfter Position bezüglich der gemeldeten
Diphtheriefälle. Durch breitflächig angelegte Impfkampagnen konnte die Erkrankungshäufigkeit in vielen Ländern gesenkt werden. Die Impfung stellt die einzige Möglichkeit dar, eine Erkrankung zu verhindern, da durch sie ein sicherer Schutz erreicht wird.

Wer geimpft werden sollte

Die Diphtherie-Impfung wird für alle Personen empfohlen. Insbesondere Menschen, für die eine besondere Gefährdung besteht, sollten besonders auf einen ausreichenden Schutz achten. Dazu zählen aus Endemiegebieten kommende Personen in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Personal solcher Einrichtungen, Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko, Personen mit Berufsrisiko einer Diphtherie oder erhöhter Infektionsgefahr durch starken Publikumsverkehr.

Weitere Informationen: www.forum-impfen.de

(Quelle: Forum Impfen e.V.)

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